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English-Setter-Krankheiten erkennen und richtig vorbeugen

Domenico Baum

Domenico Baum

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28. April 2026

Ein English Setter liegt auf dem Boden, sein Fell ist weiß mit braunen Flecken. Er sieht besorgt aus, vielleicht wegen möglicher English Setter Krankheiten.

Ein English Setter kann ein ausdauernder, robuster Jagdhund sein, doch auch diese Rasse bringt bestimmte gesundheitliche Risiken mit. Ich zeige, welche Erkrankungen bei English Settern besonders relevant sind, woran Halter sie früh erkennen, welche Untersuchungen sinnvoll sind und wie sich der Jagdeinsatz auf die Gesundheitsvorsorge auswirkt.

Die wichtigsten Gesundheitsrisiken auf einen Blick

  • Häufig relevant sind Hüftdysplasie, Taubheit, Epilepsie, Schilddrüsenerkrankungen, Allergien und Ohrentzündungen.
  • BAER-Test und Röntgenuntersuchungen helfen, bestimmte Risiken bei Zuchthunden früh zu erkennen.
  • Anfälle über fünf Minuten, Atemnot, Kollaps oder eine plötzlich starke Bewegungsstörung sind tierärztliche Notfälle.
  • Jagdhunde brauchen zusätzliche Vorsorge gegen Zecken, Verletzungen, Überhitzung und Infektionen.
  • Gesundheitsnachweise der Elterntiere sind wichtig, bieten aber keine hundertprozentige Garantie für ein gesundes Hundeleben.

Ein English Setter mit Fliege im Gras. Manche Rassen sind anfälliger für bestimmte englischer Setter Krankheiten, aber dieser hier scheint entspannt.

Welche Krankheiten beim English Setter besonders wichtig sind

Bei der Beurteilung von English-Setter-Krankheiten sollte man zwischen erblichen Veranlagungen und Problemen unterscheiden, die durch Alter, Haltung oder den Jagdeinsatz entstehen. Nicht jeder Hund erkrankt, aber einige Themen tauchen in der Rasse deutlich häufiger auf als bei völlig unauffälligen Linien.

Gesundheitsproblem Typische Hinweise Sinnvolle Abklärung
Hüftdysplasie Steifheit, ungern Treppen, „Dreihoppeln“ im Galopp Orthopädische Untersuchung und Röntgen
Angeborene Taubheit Keine Reaktion auf Geräusche, Schreckhaftigkeit BAER-Hörtest
Epilepsie Krampfanfälle, Bewusstseinsverlust, Desorientierung danach Neurologische Abklärung und Ausschluss anderer Ursachen
Schilddrüsenunterfunktion Leistungsabfall, Gewichtszunahme, Haut- und Fellveränderungen Mehrteilige Blutuntersuchung
Allergien und Ohrentzündungen Juckreiz, Pfotenlecken, Kopfschütteln, Geruch aus dem Ohr Ohrabstrich, Hautdiagnostik und Ursachenabklärung
Augenerkrankungen Unsicherheit im Dunkeln, Anstoßen, gerötete oder trübe Augen Untersuchung bei einem Tieraugenarzt

Hüftdysplasie, kurz HD, beschreibt eine schlecht passende Entwicklung des Hüftgelenks. Sie kann sich durch Schmerzen und Arthrose bemerkbar machen, muss aber nicht schon beim jungen Hund deutlich sichtbar sein. Gerade bei einem aktiven Jagdhund sollte man wiederkehrende Steifheit deshalb nicht einfach als „zu viel gearbeitet“ abtun.

Die angeborene Taubheit ist ein weiteres wichtiges Thema. Ein Hund, der auf Zurufe nicht reagiert, ist nicht automatisch stur oder schlecht erzogen. Der BAER-Test misst die elektrische Reaktion der Hörbahn und ist wesentlich zuverlässiger als einfache Geräuschtests im Alltag.

Gelenke und Bewegungsapparat im Jagdhund-Alltag

Ein English Setter arbeitet oft über viele Stunden in hohem Tempo. Das belastet Hüften, Ellbogen, Knie, Rücken und Pfoten deutlich stärker als ein kurzer Spaziergang. Bei einem jungen Hund fallen Probleme manchmal erst nach längeren Suchen, auf hartem Boden oder am Tag nach dem Einsatz auf.

Hüft- und Ellbogendysplasie erkennen

Typische Warnzeichen sind ein verkürzter Schritt, Mühe beim Aufstehen, häufiges Hinsetzen während der Arbeit oder eine deutliche Verschlechterung nach Ruhephasen. Manche Hunde laufen sich zunächst ein und wirken nach zehn Minuten wieder normal. Das bedeutet nicht, dass keine Erkrankung vorliegt.

Ich würde bei wiederholten Auffälligkeiten zuerst eine orthopädische Untersuchung und danach, falls angezeigt, ein Röntgen unter kontrollierten Bedingungen einplanen. Eine reine Sichtkontrolle im Stand reicht nicht aus. Bei Zuchthunden werden die Gelenke je nach Zuchtverein und Programm meist ab einem bestimmten Mindestalter beurteilt, häufig ab etwa 12 Monaten.

Belastung richtig dosieren

Wachstum und Kondition dürfen nicht verwechselt werden. Ein Junghund braucht Bewegung, aber keine stundenlangen, erzwungenen Läufe, häufigen Sprünge aus großer Höhe oder tägliche Arbeit auf hartem Untergrund. Für die Gelenke sind ein langsamer Konditionsaufbau, abwechslungsreicher Boden und ein stabiles Körpergewicht meist wichtiger als möglichst viele Trainingskilometer.

Übergewicht verschärft jedes orthopädische Problem. Bei einem sportlichen Setter sollte man Rippen gut ertasten können, ohne dass sie stark hervortreten. Nach der Jagd kontrolliere ich außerdem Ballen, Zwischenzehenhaut und Krallen, denn kleine Verletzungen werden im dichten Bewuchs leicht übersehen und führen später zu Schonhaltungen.

Epilepsie, Schilddrüse und andere innere Erkrankungen

Epilepsie kann bei English Settern auftreten und zeigt sich nicht immer als spektakulärer Ganzkörperkrampf. Auch kurze Abwesenheiten, plötzliches Zucken, starkes Speicheln oder ungewöhnliche Bewegungen können neurologische Ursachen haben. Ein Video des Anfalls und genaue Angaben zu Dauer, Auslösern und Verhalten danach helfen dem Tierarzt erheblich.

Dauert ein Anfall länger als fünf Minuten, treten mehrere Anfälle kurz hintereinander auf oder erholt sich der Hund nicht richtig, handelt es sich um einen Notfall. Während des Anfalls sollte man den Hund vor Stürzen schützen, aber nicht ins Maul greifen und keine Gegenstände zwischen die Zähne schieben.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sich schleichend entwickeln. Weniger Ausdauer, Gewichtszunahme trotz unveränderter Futtermenge, trockene Haut, dünner werdendes Fell oder eine auffällige Kälteempfindlichkeit gehören zu möglichen Anzeichen. Ein einzelner niedriger T4-Wert beweist die Erkrankung allerdings nicht, weil auch andere Krankheiten und bestimmte Medikamente die Werte beeinflussen können.

Eine gute Diagnostik umfasst deshalb mehrere Laborwerte und die klinische Beurteilung. Ich halte es für einen häufigen Fehler, jede Müdigkeit beim älteren Hund sofort der Schilddrüse zuzuschreiben. Bei einem Jagdhund kommen ebenso Schmerzen, Herzprobleme, Infektionen oder schlicht eine zu hohe Trainingsbelastung infrage.

Augen und Sehvermögen

Progressive Netzhautatrophie, Katarakt und andere Augenerkrankungen sind nicht bei jedem English Setter zu erwarten, sollten bei entsprechenden Symptomen aber ernst genommen werden. Schwierigkeiten in der Dämmerung, unsicheres Verhalten auf unbekannten Wegen oder ein plötzliches Ausweichen vor Hindernissen gehören abgeklärt.

Ein Gentest kann bei manchen erblichen Veränderungen nützlich sein, ersetzt aber keine vollständige Augenuntersuchung. Für einen Jagdhund ist gutes Sehvermögen sicherheitsrelevant, besonders bei der Arbeit im Wald, an Straßen und in unübersichtlichem Gelände.

Haut, Ohren und Allergien brauchen regelmäßige Kontrolle

Die langen, dicht behaarten Ohren des English Setters sehen elegant aus, halten aber Wärme und Feuchtigkeit am Gehörgang. Nach Regen, Schwimmen oder einer Arbeit in nassem Bewuchs steigt dadurch das Risiko für entzündete Ohren. Kopfschütteln, Kratzen, ein süßlich-fauliger Geruch oder Berührungsempfindlichkeit sind keine Kleinigkeiten.

Die Ohren sollten regelmäßig angesehen und nach nassen Einsätzen vorsichtig getrocknet werden. Reinigungsmittel sollte man nicht auf Verdacht verwenden. Bei einer Entzündung ist ein Ohrabstrich sinnvoll, weil Hefepilze, Bakterien, Parasiten und allergische Reaktionen unterschiedlich behandelt werden müssen.

Allergien zeigen sich häufig an Pfoten, Bauch, Achseln und Ohren. Ein Hund, der dauerhaft an den Pfoten leckt, hat nicht zwingend eine Futtermittelallergie. Umweltallergien, Flöhe, Kontaktreaktionen und sekundäre Infektionen sind ebenfalls möglich.

Ich rate davon ab, ständig das Futter zu wechseln oder viele Nahrungsergänzungsmittel gleichzeitig auszuprobieren. Eine strukturierte Ausschlussdiät, konsequenter Flohschutz und eine tierärztliche Hautdiagnostik bringen meist mehr als eine lange Liste gut gemeinter Hausmittel.

Was bei einem jagdlich geführten English Setter zusätzlich zählt

Viele Beschwerden entstehen nicht durch eine rassetypische Krankheit, sondern durch die Bedingungen im Revier. Zecken können unter anderem Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose übertragen. Nach jedem Einsatz sollte der Hund deshalb kurz abgesucht werden, besonders an Ohren, Hals, Achseln, Leisten und zwischen den Zehen.

Der passende Zeckenschutz hängt vom Hund, vom Revier und vom Kontakt zu Kindern oder anderen Tieren ab. Kein Mittel schützt absolut, und auch ein gut behandelter Hund sollte kontrolliert werden. Fieber, ungewöhnliche Müdigkeit, Lahmheit oder dunkler Urin nach einem Zeckenbefall gehören zeitnah in die Praxis.

Überhitzung und Magendrehung vermeiden

Ein English Setter kann lange weiterarbeiten, obwohl seine Körpertemperatur bereits gefährlich steigt. Starkes Hecheln, Taumeln, glasiger Blick, Erbrechen oder Teilnahmslosigkeit sind Warnzeichen für eine Überhitzung. Arbeit sofort beenden, den Hund in den Schatten bringen und bei deutlichen Symptomen unverzüglich tierärztliche Hilfe holen.

Große Mahlzeiten direkt vor der Jagd sind keine gute Idee. Ich teile die Tagesration lieber in mehrere Portionen und lasse nach dem Fressen ausreichend Ruhe. Eine Magendrehung lässt sich damit nicht sicher verhindern, aber hastiges Fressen, große Futtervolumen und intensive Bewegung unmittelbar danach werden vermieden.

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Die kurze Kontrolle nach dem Reviergang

  • Pfoten auf Schnitte, Grannen, Fremdkörper und eingerissene Krallen prüfen.
  • Ohren und Augen auf Schmutz, Rötung und Verletzungen kontrollieren.
  • Fell und Haut systematisch nach Zecken und kleinen Wunden absuchen.
  • Gangbild beim Heimweg und am nächsten Morgen beobachten.
  • Allgemeinzustand mit Blick auf Fressen, Trinken, Kot und Urin beurteilen.

Diese Kontrolle dauert meist nur zwei bis drei Minuten, liefert aber oft die entscheidende Information. Gerade bei Hunden, die Schmerzen tapfer überspielen, ist der Vergleich zum normalen Verhalten wertvoller als ein einzelner Blick auf das Fell.

Gesundheitsvorsorge beginnt bei Zucht und Welpenauswahl

Wer einen English Setter kaufen möchte, sollte sich nicht mit der Aussage zufriedengeben, die Elterntiere seien „kerngesund“. Ich würde mir die schriftlichen Befunde beider Eltern zeigen lassen und gezielt nach HD, ED, Hörvermögen, Augen, Epilepsie, Allergien und Schilddrüsenerkrankungen in der Familie fragen.

Ein BAER-Ergebnis ist besonders wichtig, wenn die Zuchtlinie entsprechende Risiken kennt. Je nach Verein können außerdem Gelenk- und Augenuntersuchungen oder bestimmte Gentests vorgesehen sein. Welche Tests verlangt werden, ist nicht in jeder Organisation identisch, deshalb sollte man die aktuellen Zuchtordnungen des jeweiligen Verbandes prüfen.

Gesundheitsuntersuchungen senken Risiken, ersetzen aber keine sorgfältige Zuchtplanung. HD und viele andere Probleme entstehen durch ein Zusammenspiel aus Genetik, Wachstum, Ernährung und Belastung. Ein negatives Testergebnis ist daher eine gute Grundlage, aber keine lebenslange Garantie.

Nach dem Einzug gehören jährliche Gesundheitskontrollen zum Mindestprogramm. Bei jungen Hunden sollte der Bewegungsapparat während des Wachstums beobachtet werden, bei älteren Tieren sind Blutbild, Zähne, Gewicht, Herz und Beweglichkeit besonders wichtig. Für einen Jagdhund plane ich zusätzlich die Impf- und Parasitenvorsorge passend zu Revier, Reisen und Kontakt zu Wild ein.

Ein gesunder Setter bleibt lange leistungsfähig

Die meisten Risiken lassen sich nicht vollständig verhindern, aber sie lassen sich oft früher erkennen und besser managen. Entscheidend sind für mich passendes Gewicht, kontrollierter Konditionsaufbau, regelmäßige Ohren- und Pfotenkontrolle sowie verlässliche Gesundheitsdaten aus der Zucht.

Bei plötzlich auftretenden neurologischen Symptomen, starker Lahmheit, Atemnot, Kollaps, anhaltendem Erbrechen oder einem aufgeblähten Bauch sollte man nicht abwarten. Ein English Setter muss kein Schonhund werden, doch seine jagdliche Leistung bleibt nur dann ein Gewinn, wenn Training, Regeneration und tierärztliche Vorsorge zusammenpassen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Zu den wichtigen Risiken zählen Hüftdysplasie, angeborene Taubheit, Epilepsie, Schilddrüsenunterfunktion, Allergien, Ohrentzündungen und bestimmte Augenerkrankungen. Je nach Verdacht helfen unter anderem Röntgen, BAER-Hörtest, Blutuntersuchungen, Ohrabstrich oder eine augenärztliche Untersuchung.

Hält ein Anfall länger als fünf Minuten an, treten mehrere Anfälle kurz hintereinander auf oder erholt sich der Hund nicht richtig, braucht er sofort tierärztliche Hilfe. Während des Anfalls sollte man ihn vor Verletzungen schützen, aber nicht ins Maul greifen oder Gegenstände zwischen die Zähne schieben.

Wichtig sind schriftliche Befunde der Elterntiere, insbesondere zu Hüften, Ellbogen, Hörvermögen, Augen, Epilepsie, Allergien und Schilddrüse. Ein BAER-Test sowie Gelenk- und Augenuntersuchungen können je nach Zuchtverein vorgeschrieben oder sinnvoll sein. Gesundheitsnachweise senken Risiken, garantieren aber kein gesundes Hundeleben.

Eine zwei- bis dreiminütige Kontrolle sollte Pfoten, Ohren, Augen, Haut und Fell auf Verletzungen, Fremdkörper und Zecken prüfen. Zusätzlich beobachtet man Gangbild, Fressen, Trinken, Kot und Urin, weil manche Beschwerden erst später auffallen. Starkes Hecheln, Taumeln, glasiger Blick, Erbrechen oder Teilnahmslosigkeit können auf Überhitzung hinweisen und erfordern schnelles Handeln.
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epilepsie hüftdysplasie taubheit ohrentzündungen zeckenschutz

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Autor Domenico Baum
Domenico Baum
Mein Name ist Domenico Baum und seit nunmehr sechs Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Jagdausrüstung, Revierpraxis und Hunde. Diese Leidenschaft hat sich über die Jahre hinweg stetig vertieft, und ich teile gerne mein Wissen und meine Erfahrungen auf waidwerk-bayern.de. Mir ist es wichtig, dass die Informationen, die ich präsentiere, nicht nur korrekt, sondern auch verständlich und praxisnah sind. Ich lege Wert darauf, die oft komplexen Sachverhalte rund um die Jagd so aufzubereiten, dass sie für jeden Jäger und Jagdhundeführer eine echte Hilfe darstellen. Ob es um die Auswahl der richtigen Ausrüstung geht, um bewährte Methoden in der Revierarbeit oder um die Ausbildung und Führung unserer vierbeinigen Partner – ich bemühe mich stets, fundierte Einblicke zu geben und aktuelle Entwicklungen zu beleuchten.
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